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Allgemeine Angaben

Zagreb – die Stadt der Millionen Herzen

Zagreb ist die Hauptstadt Kroatiens und liegt an der geographischen, kulturellen, historischen und politischen Kreuzung zwischen Ost und West. In ihr verbinden sich kontinentale und südländische Einflüsse zu einem einzigartigen Ganzen. Die Stadt ist das kulturelle, wissenschaftliche, wirtschaftliche, politische und administrative Zentrum der Republik Kroatien und hier befinden sich auch das kroatische Parlament, der Regierungssitz und die Präsidentenresidenz. Umgeben von der Pannonischen Tiefebene, dem Alpenrand und dem Dinarischen Gebirge profitiert Zagreb seit jeher von einer besonders günstigen und offenen geographischen Lage.

 

Im Norden wird es durch den Gebirgszug Medvednica vor kalten Winden geschützt, während das offene Flachland und der Fluss Sava der Stadt viel Raum und Möglichkeit bieten, sich in alle anderen Himmelsrichtungen zu entfalten. Knapp eine Millionen Menschen leben heute im Großraum Zagreb. Das ist etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung Kroatiens. Seit Jahrhunderten bereits siedeln sich hier Menschen aus den verschiedenen Ländern Europas an. In neuerer Zeit aber kommen sie vor allem aus anderen Teilen Kroatiens und tragen so zur Bereicherung der Stadtkultur bei. Zagreb ist eine sehr sichere Großstadt, deren Tore weit geöffnet stehen und deren Geschichte von stürmischen Ereignissen und interessanten Persönlichkeiten geradezu wimmelt.

 

Zagreb lädt Sie herzlich ein, seine Straßen und Gassen, Menschen und historischen Hintergründe kennen zu lernen. Diese Stadt wird einfach alle Ihre Erwartungen erfüllen. Hier lernt man mühelos interessante Leute kennen, baut neue Freundschaften auf und erlebt unvergessliche Stunden. Wie in einem Bilderbuch kann man die Geschichte der Stadt von den gut erhaltenen Fassaden ablesen und in den Straßen und Plätzen ist überall die multikulturelle Identität einer entspannten Metropole zu spüren. Tauchen Sie ein in die Atmosphäre dieser Stadt, von der gesagt wird, dass sie nur von den einheimischen Frauen in ihrer Schönheit übertroffen wird.


Die zwei Hügel von Zagreb

Archäologische Forschungen haben bewiesen, dass das Gebiet des heutigen Zagreb schon in der Steinzeit um 35 000 v. Chr. besiedelt war. Es wurde auch wissenschaftlich festgestellt, dass die Illyrer, die Ureinwohner dieses Teils Europas, die Region bewohnten. Aus dem fernen Norden kamen vermutlich im 4. Jahrhundert v. Chr. die Kelten. Nach ihnen errichteten die Römer unweit von Zagreb die beeindruckende Siedlung Andautonia, deren Überreste heute im archäologischen Park bei Ščitarjevo zu sehen sind. Der historische Stadtkern des heutigen Zagreb entwickelte sich aus zwei mittelalterlichen Siedlungen, die jeweils auf einem der beiden Hügel lagen: das weltliche Gradec, heute als Oberstadt bekannt, und das kirchliche Kaptol. Der Name Zagreb wurde zum ersten Mal im Jahre 1094 erwähnt, als der ungarische König Ladislaus auf dem Weg an die Adria die Zagreber Diözese auf dem Kaptol gründete. Die neugotische Zagreber Kathedrale ist auch heute noch das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt. Die Renaissancemauern, die das Bauwerk umgeben, gehören zu den wenigen, die in diesem Teil Europas noch erhalten gebliebenen sind. Als die Tataren aus der Mongolei in Mitteleuropa einfielen, schrieb die Stadt Gradec Geschichte.

 

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Ungarn von den Horden Dschingis Kahns geplündert und der ungarische König Bela IV. floh in das heutige Zagreb, wo ihm die Einwohner Gradecs ein sicheres Versteck besorgten. Aus Dankbarkeit für seine Rettung machte der König Gradec im Jahre 1242 zu einer freien königlichen Stadt. Der Kanonenschuss, der seit etwa hundert Jahren täglich um 12 Uhr vom Lotrščak-Turm abgefeuert wird, erinnert symbolisch an diesen Tag. Im Mittelalter wurden die Bürger zur Abenddämmerung durch Glockenläuten daran erinnert, dass die Stadttore geschlossen und verriegelt wurden und man sich in die Geborgenheit der Stadtbefestigung zurückziehen sollte. Das einzige aus dem Mittelalter erhaltene Tor Gradecs ist das Steinerne Tor. Die benachbarten Gebäude wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch einen Brand völlig zerstört. Nur das Bild der Heiligen Maria am Steinernen Tor blieb wie durch ein Wunder von den Flammen verschont und ziert heute noch den Altar, der sich in dem Andachtsraum des Stadttores befindet. Die Mutter Gottes vom Steinernen Tor ist die Schutzpatronin von Zagreb und ihr Gedenktag wird am 31. Mai mit einem festlichen Umzug gefeiert.

 

Dieser Tag beschreibt auch den Tag von Zagreb. Die zwei im Mittelalter oft gegnerischen Siedlungen wurden durch den Bach Medveščak, an dem damals Mühlen standen, sowohl getrennt als auch verbunden. Heute befindet sich dort die bunte Tkalčićeva-Straße, unter deren Mosaik noch immer der Bach zum Fluss Sava fließt. Als die Gefahr der Angriffe kleiner wurde, breitete sich die Stadt allmählich über das ganze Flachland aus. Im Tal zwischen den beiden Siedlungen wurde ein Marktplatz angelegt. Der heutige Ban-Josip-Jelačić-Platz gilt als Herz der Stadt und ist ein beliebter Treffpunkt für die Bewohner Zagrebs. Eine Legende verbindet die Quelle, die hier entsprang, eng mit der Entstehungsgeschichte des Stadtnamens: Es war einmal ein tapferer Banus, der an einem sonnigen Tag erschöpft und durstig aus dem Kampf zurückkehrte. An der Quelle soll er einem Mädchen zugerufen haben: „Manduša, zagrabi!“ (Manduša, schöpfe!). Daraus entstand der Name der Quelle Manduševac und auch der Name der Stadt Zagreb.


Zagreb als vereinte Stadt

Den Siedlungen auf den beiden Hügeln ging es immer besser. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wurden barocke Adelspaläste und Kirchen gebaut. Die Jesuiten errichteten in der Oberstadt die Katarinenkirche, die heute eines der besterhaltenen Exemplare des prachtvollen Barockbaustils ist. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist Zagreb das Universitätszentrum des Landes und seine seither ununterbrochene akademische Tradition macht es heute zu einem der ältesten in Europa. In der Zwischenzeit wurde Zagreb auch zum Regierungssitz des Landes. Die Unterschiede zwischen der Bischofsstadt Kaptol und der freien königlichen Stadt Gradec wurden immer kleiner, bis sie im Jahre 1850 schließlich mit der Vereinigung zur Stadt Zagreb völlig verschwanden. Die neue Stadt zählte damals ganze 15000 Einwohner. Die günstige geographische Lage in der Ebene regte ein freies Wachstum an und das Leben dehnte sich schnell auf die Sava-Tiefebene aus. Industrielle Produktion, Handel, Verkehr und Bankwesen veränderten das Stadtbild in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 

Im Jahre 1862 wurde ein breiter Eisenbahngürtel fertig gestellt, der Zagreb mit den mitteleuropäischen Großstädten verband. Zu dieser Zeit entwickelte sich das Konzept der Blockbildung nach einem geometrischen Straßenraster. Die Stadtplanung folgte klaren Linien: Alle Straßen in der Unterstadt wurden geradlinig und geometrisch angelegt und die Gebäude mussten alle dem gleichen Typ entsprechen und eine gewisse Standardhöhe einhalten. Geräumige Plätze und Monumentalgebäude im klassizistischen und historistischen Stil sowie zahlreiche Parkanlagen machen das Bild des heutigen Zagreb aus. Vom Ban-Jelačić-Platz führt Sie die Praška-Straße zum sogenannten Grünen Hufeisen. Diese U-förmig angelegte Kette aus Plätzen und Parkanlagen ist das kroatische Pendant zur Wiener Ringstraße und die Stadt stellt hier ihre wichtigsten Kulturbauten zur Schau. Das Verhältnis zwischen Grünflächen und Architektur, Springbrunnen und Pavillons ist sorgfältig durchdacht.

 

Hier befinden sich auch der Hauptbahnhof, die Kroatische Akademie der Wissenschaften und Künste, die Universitätsgebäude, die Universitätsbibliothek, das Kroatische Nationaltheater und repräsentative Paläste. Die gelben Fassaden und Kastanienalleen erinnern daran, dass auch Kroatien einst Teil der österreichisch- ungarischen Monarchie war. Ganz natürlich schließt sich die planmäßig angelegte Unterstadt mit ihren geschmackvoll strukturierten Grünanlagen und wohl positionierten Denkmälern der mittelalterlichen Oberstadt an. Ein Blick in die Höfe bürgerlicher Häuser macht die Oberstadt zu einem besonderen Erlebnis, denn in ihnen verschmilzt die Öffentlichkeit der Straße mit privaten Lebensbereichen. Es ist gerade diese Kombination aus Kleinstadtstimmung und mitteleuropäischer Großstadtpracht, die Zagreb heute wie damals zu etwas ganz Besonderem macht.


Moderne Zeiten

Die historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts veränderten die Weltkarte grundlegend und hinterließen tiefe Spuren im Leben der Zagreber. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Jahre 1918 werden sämtliche Beziehungen zwischen Kroatien und der österreichischungarischen Monarchie eingestellt. Kroatien tritt dem neuen gemeinsamen Staat der Südslawen bei, der als Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gegründet wurde. Die Einwohnerzahl Zagrebs nahm rasch zu: Neue Stadtviertel im Osten und Westen Zagrebs wurden errichtet und in dem Gebiet unterhalb des Bergs Sljeme prunkvolle Residenzen gebaut. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts unterhielt Zagreb enge Verbindungen mit den damaligen europäischen Zentren für Kultur, Kunst und Wissenschaft und blühte im Geist der bürgerlichen Gesellschaft. Die erste Rundfunkstation Südosteuropas wurde errichtet und der Architekt Viktor Kovačić schenkte der Stadt mit dem Gebäude der Zagreber Börse sein letztes Werk.

 

Zu dieser Zeit wurden ebenso die erste automatische Telefonzentrale und der erste Wolkenkratzer in Zagreb gebaut. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs sollte auch in Zagreb das Leben der Menschen radikal verändern. Nach dem Krieg wurde Kroatien mit der Hauptstadt Zagreb als eine der sechs Teilrepubliken in den neuen Staat Jugoslawien integriert. Die ruhigen Jahre der Nachkriegszeit ließen die Stadt weiter expandieren. Sie übersprang schließlich die Sava und am Südufer des Flusses schossen die Wohnblocks wie Pilze aus dem Boden. Jahrhundertelang drohte die Sava mit Überflutungen, im Mittelalter schützte sie dann vor feindlichen Eroberern und eröffnete Wirtschaftsmöglichkeiten und Transportverbindungen in ferne Länder. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts trennt der Fluss den alten Zagreber Kern von Neu-Zagreb. Heute sind die beiden Ufer durch zwölf Brücken miteinander verbunden. Die Zagreber Messe, wo internationale Unternehmen Kontakte knüpfen, wurde aus dem Stadtzentrum ausgelagert und befindet sich seither am Südufer der Sava.

 

In der Flussebene baute man den Flughafen Pleso und in der Stadt wurden mehrere neue Geschäftstürme sowie das neue Gebäude der National- und Universitätsbibliothek fertig gestellt. Im Jahre 1991 erklärte das Kroatische Parlament die Unabhängigkeit Kroatiens und Zagreb wurde zur Hauptstadt des neuen unabhängigen europäischen Staates, einer Gemeinschaft freier und gleichberechtigter Bürger. Der Sitz des Kroatischen Parlaments und der Regierung befindet sich in der Oberstadt – im alten weltlichen Stadtzentrum, wo schon vor Jahrhunderten wichtige historische Entscheidungen getroffen wurden. Das Zagreb des neuen Jahrtausends ist das Wirtschaftszentrum der Region, ein Ort der Kultur und Vielsprachigkeit, der geschäftlichen und politischen Kommunikation. Die Geschäftsviertel befinden sich heute außerhalb des engeren Stadtzentrums, um den Ansprüchen des modernen Lebensstils gerecht werden zu können. Heute wie damals ist Zagreb gerngesehener Gastgeber europäischer und internationaler Veranstaltungen.


Das grüne Zagreb

Nur wenige Städte haben ihren eigenen Naturpark – Zagreb ist eine davon. Das im Gebirge Medvednica gelegene Schutzgebiet ist ein beliebter Ausflugsort, der vom Stadtzentrum schnell zu erreichen ist. Doch auch die Straßen und Plätze der Stadt selbst sind vom Grün der zahlreichen Parks und Gärten durchzogen und Erholungsoasen findet man hier überall. Die Strossmayer-Promenade in der Oberstadt wurde im 19. Jahrhundert errichtet und dort können Sie heute zusammen mit dem Dichter A. G. Matoš den romantischen Blick über die Stadt genießen. Symbol und Aushängeschild der hohen bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts ist das sogenannte Grüne Hufeisen von Lenuci. Es besteht aus insgesamt acht Parkanlagen, die sich wie eine grüne Wirbelsäule durch die Unterstadt ziehen. Das Glanzstück der Anlage ist der Park Zrinjevac, an dessen Allee Platanen wachsen, die vor mehr als hundert Jahren aus Triest hierher gebracht wurden. Springbrunnen, Musikpavillons und Büsten bedeutender historischer Persönlichkeiten erlauben Einblicke in die interessante Vergangenheit der Stadt.

 

Seit mehr als 120 Jahren halten zahlreiche Zagreber gerne an der meteorologischen Säule an, um Uhrzeit, Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu überprüfen. Auf dem König-Tomislav- Platz, der nach dem ersten kroatischen König benannt wurde, können aus dem Hauptbahnhof kommende Reisende einen einzigartigen Blick auf den Kunstpavillon und die Kathedrale genießen. Der Kunstpavillon, in dem heute viele anspruchsvolle Ausstellungen zu sehen sind, repräsentierte im Jahre 1896 das Land Kroatien auf der Milleniumausstellung in Budapest. Mit Hilfe damals innovativster Eisenkonstruktionen wurde der Pavillon buchstäblich nach Zagreb getragen und dort zwei Jahre später erneut eröffnet. Ganz in der Nähe und doch meilenweit vom Stadtgewimmel entfernt befindet sich ein weiterer Zufluchtsort inmitten einheimischer und exotischer Naturschätze: Der Botanische Garten ist mit rund 10 000 Arten eine der reichsten Pflanzensammlungen Europas.

 

Hinter den Mauern, die die Kathedrale umgeben, liegt der Park Ribnjak. Hier befanden sich einst die bischöflichen Teiche, wo die Priester freitags Fisch für das Fastenmahl fingen. Im Osten der Stadt liegt der weitläufige Park Maksimir. Die größte Grünanlage Zagrebs wurde im 19. Jahrhundert im englischen Stil angelegt. Aus dieser Zeit stammen auch die hübschen Pavillons. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beherbergt er ebenfalls den Zagreber Zoo. Auf einem Hügel außerhalb des Stadtzentrums befindet sich der Zentralfriedhof Mirogoj. Die monumentalen Arkaden, Pavillons und Kuppeln aus dem späten 19. Jahrhundert wurden von dem berühmten Architekten Hermann Bollé errichtet. Es ist ganz buchstäblich ein Hof des Friedens für verstorbene Berühmtheiten und einer der schönsten Friedhöfe Europas. Darüber hinaus ist er aber auch ein wunderschöner Park und eine außergewöhnliche Kunstgalerie im Freien.


Die Stadt der Kunst

Das kulturelle und künstlerische Leben in Zagreb ist vielfältig und reich. Etwa dreißig ansässige Bühnen und Wandertheater, dreißig Museen, Galerien und zahlreiche Theater-, Musik- und Tanzfestivals machen Zagreb zu einer Stadt der Künste. Das Bewusstsein der Einwohner spiegelt sich in der Vielfalt des künstlerischen Angebots wider. Hier gibt es klassisches und alternatives Theater, private und öffentliche Veranstaltungen sowie Amateuraufführungen und professionelle Darbietungen von Weltrang. Das Kroatische Nationaltheater ist die Heimat des Balletts, der Oper und des Theaters. Die berühmteste Konzerthalle der Stadt ist die Halle Vatroslav Lisinski, die nach dem Komponisten der ersten kroatischen Oper benannt wurde. Operetten und Musicals sowie Rock- und Pop- Opern kann man im Theater Komödie sehen, Humor und Satire im Theater Kerempuh und zeitgenössische Themen werden im Theater Gavella, im Zagreber Jugendtheater, im Theater ITD und Exit Theater gezeigt. Man kann das Angebot nur schwer vollständig aufzählen und unmöglich entscheiden, was davon am sehenswertesten ist. Diese Wahl treffen Sie am besten selbst.

 

In Zagreb finden zahlreiche internationale Kulturveranstaltungen statt, die die Welt auf die Zagreber Schaubühnen bringen: das internationale Zeichentrickfilmfestival Animafest, die Musik-Biennale, die Woche des modernen Tanzes und das Internationale Festival des Neuen Theaters Eurokaz. Wie bereits erwähnt, lässt sich die Geschichte, Kunst und Kultur von Zagreb, Kroatien und Europa an der Architektur der Stadt ablesen. Dasselbe gilt auch für ihre zahlreichen Museen. Im Archäologischen Museum befindet sich die geheimnisvolle Mumie von Zagreb: Die weibliche Mumie aus Ägypten ist in die Stoffstreifen eines Leinenbuchs gewickelt, das den längsten bis heute erhaltenen und unentschlüsselten Text in etruskischer Sprache enthält. Das Zagreber Stadtmuseum interpretiert historische Ereignisse von der Vorzeit bis zum heutigen Tag auf eine moderne Art und Weise. Das Museum für Kunsthandwerk wurde zusammen mit seiner einschlägigen Schule in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die Einrichtung macht es sich zum Ziel, das traditionelle Volkskunsthandwerk zu erhalten.

 

Seit der Universiade im Jahr 1987 ist im Mimara Museum eine einzigartige Sammlung an Kunstartefakten aus verschiedenen Perioden und Regionen ausgestellt. Die Strossmayer Galerie Alter Meister zeigt eine Gemäldesammlung berühmter Maler aus Europa und ist ein Muss für jeden, der sich für Kunst aus der Zeit zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert interessiert. In der Nähe befindet sich die Moderne Galerie, die eine bedeutende Sammlung kroatischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts beherbergt. Bald wird das neue Gebäude des Museums für zeitgenössische Kunst eröffnet, mit dem Zagreb dann auch in Sachen Kunst das 21. Jahrhundert würdigt. In dem ehemaligen Jesuitenkloster in der Oberstadt befindet sich die Galerie Klović-Höfe. Gefühle, Lebensfreude und Symbolik der naiven Malerei können Sie im Kroatischen Museum für Naive Kunst erleben. In der Nähe befindet sich auch das Atelier Meštrović, wo Werke des berühmten Bildhauers Ivan Meštrović ausgestellt sind. Der Künstler hat ebenso wie Rodin das 20. Jahrhundert geprägt. Nach seinen Vorstellungen und Vorgaben wurde der runde Pavillon, das heutige Gebäude des Hauses der Bildenden Kunst Kroatiens, errichtet. All dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl, die wir hier für Sie zusammengestellt haben. Zagreb ist die Stadt der Kunst, das werden Sie selbst feststellen.


Das blaue und das weiße Zagreb

Blau ist die Farbe Zagrebs. Man findet sie im Stadtwappen und auch bei einem noch so kurzen Spaziergang durch die Stadt ist sie überall bemerkbar. Straßenbahnen, Busse und die Zahnradbahn – alle sind sie blau. Genau wie die Trikots der Zagreber Sportler. Seit jeher ist Sport die große Leidenschaft dieser Stadt. Denken Sie nur an den Fußball, die wichtigste Nebensache der Welt. Der mit Abstand bekannteste Verein der Stadt ist der Rekordsieger Dinamo Zagreb. Und auch seine Farbe ist natürlich – Blau. Zentren für Freizeit- und Profisport sind überall in der Stadt zu finden. Der Cibona Basketballverein hat eine eigene Halle, die nach dem legendären Sportler Dražen Petrović benannt wurde. Das Freizeit- und Sportzentrum Jarun, an einem ehemaligen Flussarm der Sava gelegen,

 

wurde eigens für die Universiade im Jahre 1987 eingerichtet. Dort gibt es Radwege, Fußgängerwege und Sportanlagen für Freizeitsportler und am See finden internationale Ruder-Wettkämpfe statt. Die unberührte Natur von Jarun beherbergt etwa 100 verschiedene Vogelarten und einen erstaunlichen Reichtum an Fischen, Wassertieren und Insekten. Die Geschichte von dem großen Katzenfisch Jura mag wohl nur ein Großstadtmythos sein, doch am Jarun-See hoffen trotzdem alle Fischer auf guten Fang. An heißen Sommertagen wimmeln die Strände von Badegästen. Dann wird klar, warum dieser See auch das „Zagreber Meer“ genannt wird.

 

Doch der Sport bleibt nicht nur warmen Sommertagen vorbehalten. Jedes Jahr im Januar findet in Zagreb der Skiweltcup statt und dann wird die Blaue Stadt zur „Weißen Stadt“. Der Sljeme (1035 m) ist der höchste Gipfel des Gebirgszuges Medvednica und liegt etwa eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Bei den Zagrebern ist er hochgeschätzt, denn die berühmten kroatischen Skirennläufer Ivica und Janica Kostelić trainierten hier für ihre Welterfolge. Dank der Geschwister Kostelić kann man auf dem Sljeme heute auf einer Weltcup-Piste durch den Schnee brausen. Der Sljeme ist aber auch zu jeder anderen Jahreszeit beliebtes Ausflugsziel für Sport- und Naturliebhaber aller Altersklassen.


Wohnzimmerkultur

Die Stadt Zagreb ist unumstritten das größte Wohnzimmer der Welt. Sobald sich mit dem Frühlingsanfang die Sonne zeigt, laden die Terrassen vor Kaffeehäusern, Restaurants und Konditoreien zu gemütlichen Stunden ein. Die Straßen und Parks werden zu Promenaden, wo man mit Freunden eine Tasse Kaffee genießt oder sich mit Geschäftspartnern trifft. Die einzigartige Verbindung aus südländischer Herzlichkeit und dem Handelsgeist Nordeuropas fesselt auf den ersten Blick. Es ist, als ob jeder jeden kenne. Das traditionelle Internationale Folklorefestival, das kosmopolitische Straßenfestival Cest is d’Best, Promenadenkonzerte, das Fest zum Martinstag und viele andere Volksfeste tragen zur gelassenen und geselligen Atmosphäre in den Straßen bei. Die Kaffeehäuser dieser Stadt gehen auf eine lange und reiche Tradition zurück, die auch heute noch liebevoll von den Einwohnern gepflegt wird. Das Zagreber Hufeisen und der Hauptplatz waren schon immer das gesellschaftliche und soziale Zentrum der Stadt.

 

Später ist es mit der Metropole mitgewachsen und umfasst heute das ganze Zentrum, die Fußgängerzone und die umliegenden Gebiete. Hier gibt es etwas für jeden Geschmack, jedes Alter und jedes Temperament. Die klassischen Kaffeehäuser um den Ban-Jelačić-Platz, der gemeinhin nur der Platz genannt wird, ziehen ein ruhigeres Klientel an. Der Petar-Preradović-Platz, oder auch Blumenplatz genannt, ist dagegen voller modernem Leben. Hierher kommen Künstler und Jugendliche, er ist aber auch unter Senioren sehr beliebt. Die Tkalčićeva-Straße, die einst die Siedlungen Gradec und Kaptol voneinander trennte und später zum Kneipen- und Rotlichtviertel der Stadt wurde, ist heute ein schicker Treffpunkt für die ganze Familie. Falls Sie es gern romantisch mögen, sollten Sie in der Ilica-Straße in die Zahnradbahn steigen und die kürzeste Seilbahn der Welt wird Sie in 55 Sekunden in die Oberstadt befördern.

 

All dies wird an Samstagen zur Kulisse eines einmaligen Phänomens: der sogenannten Spitze. Denn dann strömt morgens Jung und Alt ins Stadtzentrum. Die Spitze ist die Zeit und der Ort zum Sehen und Gesehenwerden. Hier trifft man Freunde, Bekannte und vielleicht sogar die ein oder andere Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben. Die Zeit vergeht doch die Rituale bleiben: Langsam trinkt man eine Tasse Kaffee, liest die Samstagszeitung und macht sich dann gemütlich auf den Weg zum Dolac-Markt, um frischen Fisch oder duftendes Obst und Gemüse zu kaufen. Schließlich geht man ohne Eile nach Hause, um das Mittagessen vorzubereiten. Die Cafés um den Dolac-Markt sind an diesen Tagen bestimmt die beliebteste und bestbesuchte Adresse, doch jedes einzelne Stadtviertel hat wiederum seinen eigenen kleinen Kern, wo sich jeder eingeladen fühlt und alle Ihren Namen kennen.


Geschmäcke, Düfte und Farben

Das gastronomische Angebot der Stadt ist eine fantastische Mischung aus den unterschiedlichsten Küchen, denn Geschichte und Geographie haben die Speisekarte Zagrebs über die Zeiten hinweg erheblich beeinflusst. Obwohl die Zagreber gerne zu Hause kochen und essen, besteht kein Mangel an Restaurants, die köstliche kontinentale, mediterrane und internationale Gerichte anbieten. Auf die Frage nach einer authentischen Spezialität der Region wird Ihnen jeder Zagreber bestimmt die mit Quark gefüllten Teigtaschen, die sogenannten Štrukli, empfehlen. Die Štrukli können verschiedenartig zubereitet werden: Man kann sie kochen oder backen, salzig oder süß essen. Gebratene Pute mit Plinsen ist eines der kontinentalen Volksgerichte und Fleischliebhaber müssen unbedingt das Zagreber Schnitzel probieren, ein lecker mit Käse und Schinken gefülltes und paniertes Kalbsschnitzel.

 

Wien und Paris sind also nicht die einzigen Städte, die ihr eigenes Schnitzel haben. Zum Frühstück probieren Sie frischen Quark mit Sauersahne, den Sie direkt von den Bauernhöfen der Region kaufen können. Eine der Besonderheiten Zagrebs sind die Lebensmittelmärkte im Freien. Fast jedes Stadtviertel hat einen, doch der bekannteste ist der Dolac-Markt, der sich im Herzen Zagrebs unweit der Kathedrale befindet. Am Dolac gibt es täglich schon am frühen Morgen frisches Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch. Dieser einzigartige Markt wird auch „der Bauch von Zagreb“ genannt, denn Kenner finden hier die frischesten Produkte aus allen Teilen Kroatiens. Die Vielfalt der Farben, Düfte, Geschmäcke und Geräusche ist eine ganz einmalige Erfahrung.

 

Tagsüber wird in den umliegenden Imbissstuben preiswerte und schnelle Hausmannskost angeboten und auch die Teigwaren der Konditoreien und Bäckereien sind eine Kostprobe wert. Das Abendessen genießen Sie am besten in einem der zahlreichen Restaurants mit regionaler Küche. Verpassen Sie auf keinen Fall die berühmten Zagreber Strudel aus Äpfeln, Käse oder Sauerkirschen. Die besten Cremeschnitten finden Sie nicht weit von Zagreb in der Stadt Samobor. Auch das Weinangebot sollte man nicht unterschätzen, denn unweit von Zagreb werden die Weinreben der kroatischen Spitzenweine angebaut. Obwohl das Bier das populärste Getränk ist, spricht das traditionelle Segnen des neuen Weins am 11. November, dem Festtag des Heiligen Martin, für die Bedeutung der Weinkultur in Kroatien.


Aus Zagreb mit Liebe

Ein originelles Erinnerungsstück aus Zagreb ist die in der Geschäftswelt obligatorische Krawatte, ein authentisch kroatisches Produkt. Im 17. Jahrhundert trugen die kroatischen Soldaten elegante Halstücher, die die Aufmerksamkeit der Franzosen erregten. Damit begann der Durchbruch dieses weltbekannten Accessoires. Der Rest ist Geschichte. Auch der Füller, eine der bahnbrechenden Erfindungen des 20. Jahrhunderts, entstand hier in Zagreb. Der Erfinder und Ingenieur Eduard Slavoljub Penkala patentierte im Jahre 1906 den ersten mechanischen Kugelschreiber der Welt und im Jahre 1907 den ersten Füllfederhalter mit fester Tinte. Die Schreibutensilien wurden in Zagreb hergestellt und weltweit in etwa siebzig Länder exportiert.

 

Dieser moderne Denker, der seiner Zeit immer etwas voraus war, ließ insgesamt etwa 80 Patente anmelden. Penkala war unter anderem auch im Bereich Aeronautik tätig und konstruierte im Jahre 1909, nur einige Jahre nach den Gebrüdern Wright, das erste kroatische Flugzeug. Der würzige Pfefferkuchen Paprenjak, der von den Frauen des alten Zagreb gebacken wurde, ist ein einmaliges Souvenir. Das Rezept enthält Honig, Walnüsse und Pfeffer und der unverwechselbare Geruch und Geschmack wird Sie immer an die Kontraste Zagrebs erinnern. Die bunt dekorierten Lebkuchenherzen stammen aus Zentralkroatien und der Pannonischen Tiefebene und werden zu besonderen Gelegenheiten als Ausdruck der Liebe und Zuneigung verschenkt.

 

Die roten Schirme von Šestine gehören untrennbar zu Zagreb und seiner Umgebung und schützen die Verkäufer auf dem Dolac vor Regen und Sonne. Auch als Gegenstand des täglichen Gebrauchs sind sie zum Teil der Stadtidentität geworden. Eine wichtige Adresse für Antiquitätenund Kunstliebhaber ist bestimmt der Britanski-Platz, wo jedes Wochenende eine originelle Verkaufsausstellung im Freien veranstaltet wird. Zagreb ist die Stadt des kreativen Einkaufs: In den kleinen traditionellen Werkstätten der Ilica-Straße oder den großen Einkaufszentren findet jeder für sich das Richtige. Das alles hat Zagreb Ihnen zu bieten und wünscht sich dafür nichts mehr, als einen besonderen Platz im Herzen seiner Besucher.